enthielte u. a. das Haupträtsel und Goethes Betrachtungen über Träume, für deren symbolische Substanz er vielleicht den Regenbogen wählte:
(4723 ff): „…bald reingezeichnet, bald in Luft zerfließend, ... der spiegelt ab das menschliche Bestreben. Ihm sinne nach und du begreifst genauer: Am farbigen Abglanz haben wir das Leben."
Die Technik zur Verschlüsselung, die Goethe in „Alexis und Dora" anwendete: „im Gedicht doppelt erfreulichen Sinn "( Alexis und Dora Z28-30; A. Schöne, Götterzeichen 1982,S.53-106), fand vielleicht auch im Faust II Anwendung. Vielleicht ist das Haupträtsel in 4626: „vier sind die Pausen nächtiger Weile" ? (FAUST2,1.Akt. 1.Szene, auf erster Seite des FAUST2.
Die Pausen, bisher als Vigilien gedeutet, könnten eine Doppelfunktion haben: Faust II hat fünf Akte, dazwischen vier Pausen. Das könnte bedeuten, dass jeder Akt nächtige Weile und Traum von Faust wäre. Entsprechend den Traumhinweisen in jedem „Akt" des Märchens (DuW,s.oben ; Schadewaldt, S. 268) dürften dann innerhalb jeden Aktes in Faust II Traumhinweise sein:
Zu Beginn der Szene ANMUTIGE GEGEND ist Faust schlafsuchend und schläft dann unmerklich ein während ARIELs Gesang und bei Beginn des Chores des Elfenliedes. Im Weiteren, so auch in der Scene „Kaiserliche Pfalz" schläft, träumt Faust wieder, analog dem Beginn des Traum2 des Märchens, wo Goethe ebenfalls den Traumbeginn zunächst verschwieg (DuW, S.73 “;…so daß ich beinahe glauben muß, das zweite Abenteuer sei so gut als das erste ein Traum gewesen: denn…“).
Traumhinweise im FAUSTII (Tiedemann,1986): Helena-Paris-Szene Ende des
Zweiter Akt : Enthält erst einen Nachthinweis (7058): ,, eh' es tagt ...". Dann der Traumhinweis (7076 f): „... wie mich den Schläfer ... so steh' ich ...". Interpretierbar dahingehend, dass Faust schläft, träumt. Faust berührt in Regie nach 7055 den Boden, jedoch ein Hinweis, dass er erwacht, fehlt. So sucht er denn im „Fabelreich" (7055), Traumreich. Auch das aus Träumen in der Nacht Erwachen ist von Goethe verwandt worden (7253): „... unterbrochenen Träumen zu!" Darauf in 7271, Faust: „Ich wache ja!" Zeilen später (7275):,, ... sind's Träume? Sind's Erinnerungen?" Das Wiedereinschlafen erfolgt unmerklich (vgl. Staiger, Bd. III, S. 323 f; v. Wiese, S. 152).
Dritter Akt: Nachthinweise: 8695: „... Nachtgeburten ...", wenig später, 8812: „... Mutter der Nacht ...". Die Chorgestalten werden im Dialog als Phorkyas entsprechend dargestellt, als Nachtgeburten: 8825, Phorkyas: „... So nenne dich zuerst, das Rätsel hebt sich auf." Dann folgt die Vorbereitung auf die Möglichkeit des Traumes in 8839f, Helena: „... War ich das alles? Bin ich's? Werd' ich's künftig sein, das Traum...bild?" Der Traumhinweis folgt in 8879ff, Helena: „... Ich als Idol, ihm dem Idol verband ich mich. Es war ein Traum, so sagen ja die Worte selbst. Ich schwinde hin und werde selbst mir ein Idol." Indem sie selbst sich ein Idol wird und dabei dem Halbchor in die Arme sinkt, wird angedeutet, dass sie weiterhin eine Traumgestalt ist und somit das, was mit ihr geschieht, im Traum geschieht (vgl. v. Wiese, S. 155 f; Staiger, Bd. III,